Jahr: 1944 | Technik: Öl auf Sperrholz | Abmessungen: 70,5 x 49 cm | Ausstellungsort: Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück, Leihgabe der Niedersächsischen Sparkassenstiftung
Nussbaum versteckte sich seit 1942 mit seiner Frau Felka Platek in einer kleinen Wohnung in Brüssel. Nur ganz wenige Menschen dürfen von Nussbaums Versteck wissen. Das Paar lebt zunehmend isoliert. Ein kleiner jüdischer Junge wird ihnen in dieser Zeit zum Freund:
„Er war der einzige, der die Nussbaums seit Mitte 1943 in der Rue Archimède besuchte. Er kam öfter mit dem Fahrrad, ich erinnere mich noch, wie das Fahrrad an der Hauswand lehnte. Er war Felix´ Freund“, erinnert sich ein Zeitzeuge an den kleinen Jungen Jaqui. 1944 widmet Felix Nussbaum dem Freund ein einfühlsames Porträt.
Die kindliche Figur des damals ungefähr zehn Jahre alten Jungen steht einsam und verlassen auf offener Straße. Die Hose ist zu kurz, die kleinen Füße hilflos nach innen gestellt. Der Judenstern auf dem abgetragenen Mantel verweist auf die tödliche Bedrohung, der das Kind schutzlos ausgeliefert ist.
An dem Standort der ehemaligen Synagoge von Osnabrück erinnert heute eine Gedenktafel an die Zerstörung des jüdischen Gotteshauses in der Pogromnacht 1938. Sie erinnert auch an die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung im Dritten Reich. Unter den Millionen jüdischen Opfern des Holocaust waren über eineinhalb Millionen Kinder.
Jaqui wurde gerettet. Er überlebte den Holocaust.
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